Vidirs Reise nach Deutschland

Am Sonntag, den 03.Januar 2016 ging es endlich los. Der Hänger war angekuppelt und die Sachen gepackt. Um 23 Uhr ging die Fähre in Rostock, 540 km lagen vor uns. Wir konnten pünktlich um 15.30 Uhr starten, obwohl eine Sperrung der A31 und fast einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Leider hatten wir ein großes Problem auf der A1. Eigentlich war es kein Problem, aber viele LEute empfanden es wohl als dieses. Es fing an zu schneien!!!!! Oh Gott!!! So ein fieses weißes Zeug… gemeingefährlich. Mit 35hm/h tuckerten wir über die Autobahn. Es gab ein Überholverbot für Autos mit Anhänger, aber leider musste ich dies einige Male ignorieren, sonst würden wir wohl immer noch auf der A1 sein!!! Um 22.20 trafen wir in Rostock am Fähranleger bei -10 Grad und eisigem Wind ein, der Check in war eigentlich schon geschlossen, aber dank dem freundlichen Personal der TT- Line kamen wir noch an Board und durften mitfahren. :)

Wir fuhren nun 7,5 Stunden mit der Fähre und konnten ein wenig schlafen. Die Fähre brauchte 1,5 Stunden mehr als üblich, denn der Seegang war ziemlich heftig. Man konnte nicht mehr geradeaus laufen, die Wellen schlugen so gegen die Bordwand, dass man es überall im Schiff hörte. Wenn ein 80m Stahlkoloss so heftig schaukelt, müssen das schon wirkliche Brecher gewesen sein. Leider war es dunkel und so haben wir keinen Beweis, dass wir hier kein Seemannsgarn erzählen 😉

Um 06.30 Uhr kamen wir in Trelleborg am Hafen an. Jetzt lagen noch 320 km vor uns. Es ging bei blauem Himmel und tollem Sonnenschein die Westküste entlang. Eine tolle Landschaft mit vielen Birken- und Tannenwäldern (und natürlich die Aufregung), ließen die Zeit schnell vergehen. Bei einem Stopp am Meer konnten wir noch kurz frische Luft schnappen und tolle Bilder machen. Die Stelle dort war so toll, dass wir beschlossen, auf dem Rückweg mit Vidir dort kurz anzuhalten um Fotos am Meer zu schießen. Es gab nämlich einen großen Parkplatz ganz dicht am Meer und eine tolle Landschaft.

Jetzt ging es 70km ins Landesinnere. Wir freuten uns riesig auf Vidir. Dann war es endlich so weit, wir parkten den Hänger bei Katrin (der Vorbesitzerin von Vidir) und sprangen aus dem Auto. Gut, dass Vidir kein Rappe oder brauner ist 😉 Man konnte ihn sofort erkennen. Wir kuschelten eine Runde und freuten uns, dass er so freundlich war.

Jetzt ging es zu unserem B&B. Wir trafen dort einen sehr netten MAnn der uns unser Zimmer zeigte und sogar ein wenig Deutsch sprach. Wir waren hundemüde aber sehr glücklich. Wir schliefen noch 2 Stunden und machten uns dann erneut auf den Weg zu Vidir. Seine Vorbesitzerin war von der Arbeit nun Zuhause und der Amtsveterinär kam um eine Bescheinigung auszustellen, dass er Reisetauglich ist. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und hatten uns viel zu erzählen. Wir saßen gemütlich in der Küche bei Kaffee und Tee mit Gebäck und die Zeit verging wie im Flug. Wir besuchten noch eine NAchbarin, die einen Nachkommen von Vidir hat. Als wir dort im Stall ankamen, begrüßte uns ein freunliches Pferdegesicht. Wir waren etwas verwirrt, das Alter der Stute einzuschätzen. Der Körper war groß und kräftig wie bei einer 3-4jährigen Stute, der Kopf sah aus wie bei einem Fohlen. Sie war tatsächlich erst 1,5 Jahre… wow….

Am Abend fielen wir K.O. ins Bett. Die ganzen Eindrücke, Vidir und die netten Menschen ließen uns schnell einschlafen. Der Wecker klingelte um 06.00 Uhr.

Auf dem Weg zu Vidir hat ein Elch unsere Straße gekreuzt. Ein riesiges Tier. Wir waren wirklich erstaunt… Katrin sagte, dass es ein gutes Zeichen ist, denn man bekäme die Elche nicht so leicht zu Gesicht. Yeah…

Wir streuten den Hänger ein, packten noch sein gewohntes Heu ein und fuhren nach 2 kurzen Pannen los (die Hängertür war eingefroren und der Stecker vom Hänger wollte sich nicht in das Auto stecken lassen, jaja… -7,5 Grad war unser Material einfach nicht gewohnt), fast wie geplant um 08.30 Uhr. Wir stoppten noch am Meer, Vidir hat sich einfach vorbildlich benommen. Etwas aufgeregt aber total händelbar guckte er sich die neue Umgebung an. Nach 2 Minuten hing der Strick durch, er ging ruhig neben Laura her, die Weite des Strandes machten ihn nicht kribbelig oder nervös. Wir konnten tolle Fotos machen, er ging ohne einen Mucks wieder in den Hänger und wir setzten unseren Rückweg fort. Wir kamen um 13.30 Uhr in Trelleborg an. Um 15.15 Uhr sollte die Fähre ablegen, so hatten wir noch etwas Zeit. Es hatte genau in Trelleborg angefangen zu schneien. so hielten wir in einem kleinen Park und versorgten Vidir etwas und vertraten uns die Beine mit ihm. Wir liefen ein Stück und er töltete mit durchhängendem Strick neben uns her. <3 Er hat so einen tollen Charakter.

Dann ging es auf zum Hafen, diesmal waren wir fast die Ersten. Wir bekamen wieder eine tolle Betreuung, wir hatten einen tollen (ruhig und ohne Abgase) Platz auf der Fähre und bauten so den Hänger als Box um und er bekam sein Heu. Wir machten uns auf, etwas auf der Fähre zu essen und uns auszuruhen. Nach einer Stunde guckten wir nach ihm, er stand gelassen in dem Hänger und hat sein Heu gemümmelt. Insgesamt schauten wir 3x nach ihm. Jedes Mal das gleiche Bild. Wir machten uns etwas Sorgen wegen des Rückweges in Deutschland. Es war Blitzeis zwischen Hamburg und Münster angesagt. Wir einigten uns nach einer etwas längeren Diskussion darauf, es auszuprobieren. Zur Not müssten wir uns etwas suchen um zu übernachten.

Um 09.30 Uhr kamen wir pünktlich im Hafen von Rostock an. Diesmal hatte der Wettergott ein Einsehen und es gab kaum Wellengang.

Auch weiterhin war der Wettergott auf unserer Seite und so kamen wir den restlichen Weg ohne erwähnenswerte Ereignisse gut vorran. Auch vor dem angesagten Blitzeis wurden wir verschont. Die letzten 200km zogen sich sehr, aber Vidir war der Entspannteste. Wir hatten eine Kamera im Hänger eingebaut, so konnten wir immer sehen, wie es ihm geht.

Um 04.30 Uhr am 06.01.16 trafen wir in Dorsten ein. Müde aber glücklich, Vidir in Deutschland zu haben!